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Ramadan unter Nichtmuslimen

Unseren muslimischen Mitbürgern wünschen wir einen gesegneten Ramadan und ein frohes Fastenbrechen.

Der Fastenmonat der Muslime umfasst ein intensives Programm an Gebeten in der Gemeinschaft, Spenden für wohltätige Zwecke und ein Verzicht auf jegliche Nahrung und Trinken zwischen dem Dämmerungsbeginn morgens und dem Sonnenuntergang.

Der gesundheitliche Nutzen des Fastens ist zwar nicht unumstritten, aber es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise auf einen Schaden für gesunde Menschen1. Im Gegenteil, es gibt Tierversuche die andeuten (wenn nicht beweisen), dass ein unterbrochenes Fasten die gleichen oder sogar besseren Effekte hat wie eine Kalorienreduktion2345

Für Menschen die auf Medikamente angewiesen sind ergibt sich häufig eine Schwierigkeit mit den Einnahmezeiten, dem hat sich die Pharmazeutische Zeitung in einem Artikel gewidmet6

Auch der Ethikrat in Deutschland beschäftigt sich mit der Medizin im Ramadhan789

Menschen mit Diabetes mellitus Typ II, die eine gute Einstellung ihrer Blutglukosespiegel erreichen, können im Ramadhan ebenfalls fasten, wie eine Spezialausgabe des Journal of Sports and Science10 zeigt, während es für Menschen mit Typ II Diabetes bei starken Schwankungen des Blutzuckerwertes in der Regel unterbleiben sollte zu fasten. Auch Typ I Diabetiker können das Fasten in der Regel nicht leisten, da hier eine Kontrolle der Blutzuckerspiegel nicht möglich ist. Der Artikel von Alkandari und andere 1 beschreibt auch, dass es keine Hinweise auf einen Schaden des Fastens für Patienten mit einigen anderen Erkrankungen (Herz, Lunge, Nerven) gibt. Es sollte in jedem Fall bei chronischen Erkrankungen ein Arzt zu Rate gezogen werden.

An der Johannes Gutenberg Universität zu Mainz ist unter er Leitung von Prof. Ilhan Ilkiliç ein Zentrum (http://kultur-gesundheit.de) entstanden, welches sich insbesondere mit der Gesundheit muslimischer Patienten beschäftigt, hier finden sich auch Texte zum Umgang von Fasten und Gesundheit1112, Diät13, Speisenvorschriften14

Ende des Ramadan

Am Samstag den 18.8.2012 wird vorraussichtlich der letzte Tag des Ramadan sein und somit die Feier des Fastenbrechens (Eid-ul-Fitr) am Sonntag stattfinden.

Zu den gesundheitlichen Problemen des Ramadan gehören neben dem Fasten bei chronischen Erkrankungen auch die Art des Essens. Es sollte darauf geachtet werden nicht zuviel zu essen wenn dann der Abend naht. Leider praktizieren viele Muslime das abendliche Fastenbrechen mit Übertreibung und Völlerei, eine Praxis die nicht auf die Tradition des Propheten Muhammad zurückgeht, sondern auf mangelndes Verständnis für den Sinn des Fastens. Es ist in der Regel genug eine kleine Mahlzeit zu sich zu nehmen wobei die Sitte mit Datteln und Wasser oder (Butter-)milch zu beginnen durchaus sinnvoll ist. Auch Obst sollte eher am Beginn des Fastenbrechens zu sich genommen werden. In der türkischen und marrokanischen Tradition der Eröffnung des Essens mit einer Suppe liegt auch ein gesundheitlicher Nutzen.

Um die Umstände des Fastens einem Arzt zu erklären sollten eine Beschreibung der tatsächlichen Abläufe eines Ramadan-Tages geschildert werden, da viele europäische Menschen das Fasten entweder mit einer Abstinenz einer bestimmten Speisenart, zum Beispiel Fleisch und Alkohol oder einen kompletten Speisenverzicht (bei reichlichem Trinken) verstehen. Dies führt oft zu Verwirrung und fast jeder Muslim kennt den Satz: "Auch kein Wasser?" häufig gefolgt von der laut gedachten Annahme "Das kann doch nicht gesund sein!" oder einem Kopfschütteln. Hier ist Kommunikation

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