Leitlinien zur Kommunikation

Leitlinien sind für Ärzte mit dem Aufkommen der EBM eine relativ neue Entwicklung der letzten Jahre, etwa seit 1990 in Kanada und dann nach 1995 in Deutschland von evidence-based-medicine (EBM) oder auf deutsch etwa von Beweis- oder Belegbasierter Medizin (die falsche Übersetzung "Evidenzbasierte Medizin" hält sich allerdings sehr hartnäckig und ist auch im Sozialgesetzbuch1 verankert2.

Die Grundlage der Nachweisorientierten Leitlinien ist die wissenschaftliche Methode, das heißt eine Hypothese zu stellen und gegen eine Alternative zu verteidigen und beinhaltet als sogenannten Gold-Standard die double-(or triple)blind-randomized-placebo-controlled-study, also eine Untersuchung bei der weder der Untersuchende oder behandelnde Arzt, noch der Patient (doubleblind) oder sogar gar der auswertende Wissenschaftler / Statistiker (triple blind) die zufällige Zuordnung (randomization) des untersuchten Objektes in eine "verum" (wahre Behandlung) und eine "control" (mit Placebo behandelte) Gruppe kennen.

Diese Vorgehensweise dient vor allem den Vertretern verschiedener Komplementärer oder Alternativer Heilmethoden als Ansatzpunkt für Kritik. So lässt sich nur schwer von einem Placebo sprechen, wenn zum Beispiel eine Nadel an einen "falschen" Akupunkturpunkt gesteckt wird, da in beiden Fällen zumindest der Patient weiß, dass eine Nadel gepiekst hat, also ein Schmerzreiz stattfand, der an sich schon für einen Effekt sorgen könnte345
Außerdem ist der Placebo Effekt selbst Subjekt der wissenschaftlichen Erforschung6. Und es gibt Hinweise (there is some evidence), auf einen deutlichen Einfluss des Behandlers auf die Stärke der Medizin (biologische Wirksamkeit + unspezifische Effekte / Placebowirkung).

Ein Ausweg aus dieser schwierigen Situation nicht nachweisen zu können was einem Patienten geholfen hat, kann eine besser strukturierte Kommunikation sein, in der es leichter möglich ist, signifikante Beiträge zum Heilungsprozess7 oder dem Entstehen der Erkrankung8 zu erkennen.

CARE Leitlinien

Hier haken die Leitlinien zur Kommunikation von Fallbeschreibungen ein, welche von einer internationalen Gruppe namens CARE 2013 veröffentlicht wurde9

Nun ist es in der Hand von Ärzten weltweit diese Leitlinie zu optimieren und zu nutzen. Möglicherweise steht auch in naher Zukunft die Erweiterung der Leitlinie zu einer maschinellen Auswertung durch eine Methode des semantic-web10 oder Linked-Data1112, welche schon jetzt in Bibliotheken13 Verbreitung findet.

Auch Big-Data14 was in Werbung15, Industrie16 und natürlich im Militär17 18 19 weltweit schon Anwendung findet20.

Es liegt nun in der Hand der Ärzte ihre Daten so zu präsentieren, dass möglichst viel Nutzen daraus für die Menschen entsteht, es lauern natürlich überall Gefahren insbesondere wird ein Case Report mit einem Arzt oder Behandler verbunden sein (zum Beispiel dem Author) welcher wiederrum mit einem Ort verbunden ist (Klinik / Praxis) Welche wiederum ein bestimmtes Einzugsgebiet hat. Nun kann sehr schnell mit Hilfe von eben oben genannten Werkzeugen (Strukturierter Case-Report, Linked-Data, und Big-Data) herausgefunden werden wer der beschriebene Patient ist, die Krankenkassen oder die Industrie können dann gezielt mit Werbung den Patienten oder seine Familie bearbeiten. Zum Beispiel zu "kostengünstigen" genetischen Tests, bestimmten Diätprodukten, etc. etc. Diese Entwicklung ist schon jetzt da und muss von uns Menschen sinnvoll genutzt werden. Denn wir können auch mit Hilfe solcher Tools herausfinden, dass eine eigenartige Erkankung vielleicht schon einmal genauso angefangen hat, durch bestimmte Umstände dann zum Tode des Patienten geführt hat, oder durch bestimmte Dinge eine Heilung herbeigeführt wurden.

Das Problem bleibt allerdings, dass es sich trotz alldem immer noch um Fallbeschreibungen handelt, die auch anders Verlaufen können. Morbusa Fabry ist ein gutes Beispiel um zu verdeutlichen zu welchem Schluss eine Verlinkung führen könnte, es ist eine seltene Erkrankung, aber durch die nahezu zeitgleiche Beschreibung und Publikation zweier Fälle wurde der Zusammenhang erkannt. Eine Vernetzung der Erkenntnisse aus der Biochemischen Forschung, in der die Lysosomalen Enzyme erstmals entdeckt wurden und der Funktion der Enzyme konnten nun zu der Erkennung der Ursache und der Entwicklung von Therapie führen. Die Wissenschaftliche Welt lebt von dieser Serendipity wie auch der Entdecker des Lysosoms feststellte.

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